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Wie reinigt man das Innere einer Handtasche? Eine sichere Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wie reinigt man das Innere einer Handtasche? Eine sichere Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine Handtasche kann von außen makellos aussehen, während sich im Inneren langsam Krümel, Make-up-Staub, Stiftspuren, Flusen, verschüttete Lotion und der muffige Geruch ansammeln, der entsteht, wenn man monatelang dieselben Alltagsgegenstände mit sich herumträgt. Am besten ist es, keinen Reiniger in die Tasche zu gießen oder sie komplett im Waschbecken zu waschen. Beginnen Sie mit einem trockenen Zustand, identifizieren Sie das Futtermaterial und geben Sie dann nur so viel Feuchtigkeit hinzu, wie das Material und die Verarbeitung vertragen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da die Innenausstattung von Handtaschen nicht einheitlich ist. Manche bestehen aus gewebter Baumwolle oder Nylon. Andere sind aus Wildleder, Leder, beschichtetem Textil, mikrofaserähnlichem Stoff oder einem verklebten Futter, das mit Verstärkungen und Lederbesatz versehen ist. Eine Methode, die bei einem herausnehmbaren Baumwollfutter funktioniert, kann Naturleder verfärben, Wildleder aufrauen, Klebstoff lösen oder auf beschichtetem Stoff unschöne Flecken hinterlassen.
Beginnen Sie mit der einfachsten Lösung: Leeren Sie die Handtasche vollständig.
Räumen Sie alles aus, auch Gegenstände in Reißverschlusstaschen, Kartenfächern und kleinen Seitenfächern. Achten Sie auf offene Stifte, zerbrochene Kosmetikartikel, ausgelaufenes Handdesinfektionsmittel, alte Kassenbons, Kaugummipapier, loses Puder, Münzen und Essensreste. Lässt sich das Futter vorsichtig nach außen ziehen, ohne es zu zerdrücken, sind die unteren Ecken möglicherweise leichter zugänglich.
Dieser erste Schritt ist wichtiger, als er aussieht. Feuchtigkeit verwandelt trockene Krümel und Puder in eine Paste, und ein vergessener Stift oder Lippenstift kann beim Putzen einen viel hartnäckigeren Fleck verursachen.
Leeren Sie alle Taschen vor dem Reinigen. Münzen, Krümel, Kosmetikartikel, Quittungen und offene Stifte lassen sich leichter entfernen, bevor Feuchtigkeit eindringt.
Entfernen Sie Krümel und Staub, bevor Sie Flüssigkeiten verwenden.
Die leere Handtasche kopfüber über einen Mülleimer halten und leicht schütteln. Anschließend mit einer sauberen, weichen Bürste, einem fusselfreien Tuch oder einem Staubsauger mit kleinem Bürstenaufsatz auf niedriger Saugstufe reinigen. Die Düse dabei ständig bewegen und nicht direkt an losen Nähten, Reißverschlüssen oder dünnem Futter ziehen.
Bei Taschen mit empfindlichem Futter sollte auf direktes Absaugen mit dem Staubsauger verzichtet werden. Stattdessen sollte der Schmutz mit einer weichen Bürste zur Öffnung hin befördert werden. Die Trockenreinigung ist die schonendste Methode, da dabei kein Wasser an Lederbesätze, Kartonverstärkungen oder Klebestellen gelangt.
Entfernen Sie zuerst trockenen Schmutz mit einer weichen Bürste oder einem Staubsaugeraufsatz mit geringer Saugkraft. Achten Sie darauf, dass die Düse nicht an losem Futter oder Nähten zieht.
Vor der Fleckenreinigung das Futtermaterial bestimmen.
Achten Sie auf Pflegehinweise, Materialetiketten, Produktseiten oder Reinigungsanweisungen des Herstellers. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Innenfutter aus Polyester besteht, nur weil das Außenmaterial Leder ist. Dooney & Bourke beispielsweise verwendet für viele aktuelle Handtaschenkollektionen ein Futter aus 100 % gewebter Baumwolle, während bei anderen Modellen unterschiedliche Textilien zum Einsatz kommen.
Die Herstellerhinweise zeigen auch, warum „einfach waschen“ riskant ist. Longchamp empfiehlt, Canvas nur sehr wenig Wasser zu verwenden, warnt davor, den Stoff einzuweichen, und rät, Lederteile nicht nass zu machen. In den Pflegehinweisen für Leder wird darauf hingewiesen, dass einige Naturlederarten niemals nass werden sollten. Siehe Longchamp Pflegehinweise und Materialpflegehinweise .
Innenmaterial
Sicherere Startmethode
Hauptrisiko
Futter aus gewebter Baumwolle oder Nylon
Entfernen Sie trockene Rückstände und reinigen Sie anschließend, falls vom Hersteller zugelassen, die einzelnen Stellen sorgfältig.
Wasserflecken, Farbabrieb, Durchsättigung der Rückseite oder der Lederkanten
Naturleder
Beachten Sie die lederspezifischen Pflegehinweise des Herstellers.
Dunkelfärbung, Fleckenbildung, Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit, Steifheit
Wildleder oder Nubuk
Trockenbürsten mit der vom Hersteller empfohlenen Bürstenart
Minimale Feuchtigkeitszufuhr und punktuelle Reinigung nur nach Genehmigung
Delamination, Welligkeit, Haftungsversagen
Unbekanntes oder Vintage-Futter
Nur chemische Reinigung, anschließend professionelle Hilfe bei Flecken.
Unberechenbare Farbstoffe, schwache Fasern, alte Klebstoffe
Für ein waschbares Stofffutter sollte der Stoff nur leicht feucht sein.
Sofern der Hersteller eine schonende Feuchtreinigung erlaubt, mischen Sie eine sehr kleine Menge milder, pH-neutraler Seife in kaltes oder lauwarmes Wasser. Dooney & Bourke empfiehlt für Nylon und gewebte Baumwolle ein weiches Baumwolltuch, das leicht mit destilliertem Wasser und milder Seife angefeuchtet wird. Anschließend wird das Kleidungsstück nur mit Wasser abgewischt und vollständig getrocknet. Longchamp empfiehlt für geeignetes Canvas ebenfalls ein sauberes, feuchtes Tuch oder einen Schwamm mit etwas milder, pH-neutraler weißer Seife und warnt ausdrücklich vor dem Einweichen.
Diese Anleitung bestätigt eine nützliche Faustregel für mit Stoff gefütterte Handtaschen: Verwenden Sie weniger Wasser als Sie denken. Der Stoff sollte feucht genug sein, um Schmutz aufzunehmen, aber nicht so nass, dass das Futter tropft oder durchweicht.
Für ein waschbares Stofffutter verwenden Sie nur eine kleine Menge milder Seife in Wasser und halten Sie den Stoff feucht, aber nicht tropfnass; die Tasche sollte nicht durchnässt werden.
Reinigen Sie das Futter von leichten Verschmutzungen bis hin zu stärkeren Flecken.
Testen Sie das Produkt zunächst an einer unauffälligen Stelle. Drücken Sie ein sauberes, weißes Tuch auf die Teststelle und prüfen Sie, ob Farbe abfärbt. Falls die Farbe ausblutet, sich die Textur verändert oder nach dem Trocknen ein dunkler Wasserfleck zurückbleibt, sollten Sie die Nassreinigung zu Hause einstellen.
Bei normalem Schmutz wischen oder tupfen Sie die Stelle ab, anstatt zu schrubben. Arbeiten Sie abschnittsweise und achten Sie darauf, dass Lederbesätze, Zierpaspeln und Metallteile möglichst trocken bleiben. Wenn das Futter so locker ist, dass es teilweise aus der Tasche herausragt, stützen Sie es beim Reinigen ab, anstatt die Nähte zu dehnen.
Den Boden der Tasche nicht durchnässen. Strukturierte Taschen können Verstärkungsmaterialien enthalten, die von der Futterseite aus nicht sichtbar sind und nicht für das Durchnässen ausgelegt sind.
Tupfen und wischen Sie vorsichtig, wobei Sie jeweils nur einen kleinen Bereich bearbeiten. Halten Sie Lederbesätze, Kartonverstärkungen, geklebte Nähte und Metallteile von Feuchtigkeit fern, es sei denn, der Hersteller gibt an, dass diese Bereiche nass werden dürfen.
Wie geht man mit Ecken, Nähten und Reißverschlussbereichen um?
Verwenden Sie für schmale Nähte nur dann ein Wattestäbchen, ein weiches, weißes Tuch oder eine sehr weiche Zahnbürste, wenn das Futter robust genug ist. Leichter Druck ist effektiver als starkes Schrubben. Schmutz sammelt sich oft neben dem Reißverschlussband und in den gefalteten Ecken der Innentaschen an; gerade an diesen Stellen können jedoch auch Nähte und Kantenversiegelung empfindlich sein.
Hören Sie auf, wenn der Stoff fusselt, sich Fäden lösen oder Farbe am Tupfer haften bleibt. Ein leicht sichtbarer Fleck ist besser als dauerhafte Abnutzung.
Verwenden Sie für schmale Nähte und Ecken nur ein Wattestäbchen oder eine weiche Bürste und hören Sie auf, wenn Farbe abfärbt oder der Stoff zu fusseln beginnt.
Und was ist mit Lippenstift, Tinte und Ölflecken?
Diese Flecken sind hartnäckiger, da sie Farbstoffe oder Öle anstelle von gewöhnlichem Schmutz enthalten können. Frisch verschüttete Flüssigkeiten sollten abgetupft statt verrieben werden. Bei Ölflecken auf Stoffen, die laut Herstellerangaben die Behandlung vertragen, befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers zur Fleckenentfernung, anstatt eine eigene Lösungsmittelmischung herzustellen.
Die aktuellen Pflegehinweise von Dooney & Bourke empfehlen, überschüssiges Öl abzutupfen und bei einigen Stoffprodukten kurz Talkumpuder aufzutragen, bevor man es abbürstet. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass farbstoffhaltige Flecken wie Kugelschreiber- oder Lippenstiftspuren die Oberfläche nachfärben und sich möglicherweise nicht vollständig entfernen lassen. Siehe dazu die Pflege- und Reinigungshinweise von Dooney & Bourke sowie den Pflegeleitfaden für Dooney & Bourke-Taschen aus Nicht-Leder .
Vermeiden Sie Aceton, Alkohol, Bleichmittel, Make-up-Entferner und Haushaltsentfetter, es sei denn, der Taschenhersteller hat diese ausdrücklich für das jeweilige Futter freigegeben. Diese Produkte können Farbstoffe entfernen, Beschichtungen aufweichen oder einen größeren Rand als den ursprünglichen Fleck verursachen.
Spülen Sie den gereinigten Bereich ab, ohne die Handtasche einzuweichen.
Nach der Seifenbehandlung mit einem zweiten sauberen, mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch die Waschmittelreste entfernen. Die Stelle dabei vorsichtig bearbeiten, ohne sie zu durchnässen. Anschließend ein trockenes, weißes Handtuch auf das Futter drücken, um die Feuchtigkeit aufzusaugen.
Das Futter sollte sich höchstens feucht anfühlen. Falls Wasser an die Lederkanten gelangt ist, wischen Sie diese Stelle gemäß den Anweisungen des Lederherstellers ab, anstatt mehr Seife hinzuzufügen.
Anschließend mit einem separaten sauberen, nur leicht feuchten Tuch Seifenreste entfernen und überschüssige Feuchtigkeit mit einem trockenen weißen Tuch abtupfen.
Bei Leder- oder Wildlederausstattung sollten die Methoden geändert werden.
Verwenden Sie die Stofffuttermethode nicht standardmäßig bei Leder oder Wildleder. Longchamps aktuelle Pflegehinweise für Leder betonen die materialspezifische Behandlung und weisen darauf hin, dass Naturleder nicht nass werden sollte. Für Wildleder und Nubuk empfiehlt Longchamp eine geeignete, saubere Nylonbürste und rät ausdrücklich davon ab, Ledercreme auf diesen Oberflächen zu verwenden.
Bei Handtaschen mit Wildlederfutter, das fettig oder tintenfleckig ist, ist eine professionelle Reinigung oft die risikoärmere Option. Wasser, Waschmittel und improvisierte Lösungsmittel können die Oberfläche des Wildleders schnell plattdrücken oder verfärben.
Lassen Sie die Handtasche vollständig an der Luft trocknen.
Lassen Sie die Tasche in einem gut belüfteten Raum bei normaler Raumtemperatur offen liegen. Legen Sie sie nicht auf eine Heizung, föhnen Sie das Futter nicht mit einem heißen Haartrockner und setzen Sie sie keiner direkten Sonneneinstrahlung aus. Longchamp empfiehlt ausdrücklich, die Tasche bei Raumtemperatur natürlich trocknen zu lassen und Wärmequellen sowie direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
Falls der Beutel beim Trocknen Unterstützung benötigt, füllen Sie ihn locker mit sauberem, farblosem Seidenpapier, ohne es festzustopfen. Lassen Sie die Taschen offen, damit Luft auch die unteren Ecken erreichen kann. Ersetzen Sie das feuchte Seidenpapier gegebenenfalls.
Lassen Sie die Handtasche bei Zimmertemperatur an der Luft trocknen. Schützen Sie sie vor Heizkörpern und direkter Sonneneinstrahlung und befüllen Sie sie erst wieder, wenn das Futter vollständig trocken ist.
Was, wenn es drinnen immer noch riecht?
Stellen Sie zunächst sicher, dass das Futter vollständig trocken ist; eingeschlossene Feuchtigkeit kann unangenehme Gerüche verursachen. Lüften Sie die leere Tasche in einem trockenen, gut belüfteten Raum. Falls Sie ein handelsübliches Geruchsneutralisierungs-Sachet verwenden, bewahren Sie es in seinem Beutel verschlossen auf und reiben Sie kein loses Puder in das Futter ein, es sei denn, der Hersteller empfiehlt dies ausdrücklich.
Ein anhaltender säuerlicher, muffiger, rauchiger, parfümierter oder schimmelartiger Geruch kann tiefer sitzen als das sichtbare Futter. Wiederholtes Befeuchten der Tasche kann das Problem verschlimmern. Bei einer wertvollen Handtasche ist ein starker Geruch nach sorgfältigem Trocknen ein guter Grund, einen professionellen Taschenreiniger zu verwenden.
Prüfen Sie abschließend auf Feuchtigkeit, Geruch, Farbabrieb, steife Stellen und beschädigte Nähte. Falls Sie ein Duftneutralisierungssäckchen verwenden, bewahren Sie dieses getrennt vom Futter auf.
Wann sollte man mit dem Putzen zu Hause aufhören?
Bei wertvollen, antiken, stark strukturierten oder aus exotischem oder Naturleder gefertigten Handtaschen, solchen mit Wildlederfutter oder solchen mit starken Flecken durch Tinte, Lippenstift, Öl, Schimmel oder unbekannte Farbstoffe sollten Sie eine professionelle Reinigung in Anspruch nehmen. Auch wenn ein Test an einer unauffälligen Stelle Farbverlust zeigt, Wasser einen Halo bildet, sich das Futter vom Trägermaterial löst oder die Nähte schwächer werden, sollten Sie die Reinigung abbrechen.
Die Hausreinigung ist am erfolgreichsten, wenn es sich um losen Schmutz, gewöhnlichen Oberflächenschmutz oder einen kleinen frischen Fleck auf einer Auskleidung handelt, deren Material und Pflegemethode man kennt.
Abschließender Selbsttest: Ist das Innere tatsächlich sauber und einsatzbereit?
Keine Krümel, kein Sand oder loses Pulver bleiben in Ecken oder Taschen zurück.
Das Futter ist vollständig trocken, einschließlich der unteren Nähte und der Reißverschlusstaschen.
Beim Überstreichen des Stoffes mit einem sauberen, trockenen Finger bleiben keine klebrigen Seifenreste zurück.
Es färbt nichts auf ein sauberes, weißes Tuch ab.
Das Futter hat sich nicht gewellt, gedehnt oder von den Nähten gelöst.
Leder, Wildleder, Beschläge und Zierelemente weisen keine neuen Wasserflecken oder Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit auf.
Reißverschlüsse und Taschenverschlüsse funktionieren weiterhin einwandfrei.
Der Geruch wird durch starke Duftstoffe nicht überdeckt, sondern verbessert.
Wenn diese Prüfungen erfolgreich verlaufen, sollten die Inhalte erst wieder hineingelegt werden, nachdem verschmutzte Gegenstände abgewischt wurden. Kosmetiktäschchen, Federmäppchen und kleine Organizer können zukünftiges Verschütten reduzieren und verhindern, dass Puder und lose Gegenstände sich im Futter festsetzen.